testbeitrag

Autoren und Darsteller des Poetischen Theaters:
Michael Lösel, Holger Trautmann, Vincent E. Noel, Luna Mittag, Kate Lucas, Jennifer Heep, Bettina von Minnigerode

Fotos:
Uwe Niklas

 

In welchem dunklen Keller hat der Kohlenklau gewohnt und seine Beute versteckt? Ehe das beginnende Wirtschaftswunder in den Auslagen der Geschäfte zu bestaunen war, diktierte die Not das Leben in Nachkriegsdeutschland. Eine Zeit der Knappheit, aber auch des Schweigens.

Die Bühnenpoeten tasten sich bei ihrem Abstieg in den dunklen Keller deutscher Geschichte an den Bilderwänden ihrer Eltern und Großeltern entlang. Sie folgen deren zuweilen stockenden Erzählungen in Erinnerung an ihre Geschichten und erzählen sie weiter in ihren eigenen Geschichten und Szenen.

Auf dieser Expedition schlägt ihnen abgestandene Kellerluft entgegen. Etwas von der Atmosphäre der „guten alten Zeit“ scheint sich in den Ritzen des Gemäuers festsetzen zu wollen. Und der dumpfe Muff der Autoritätsgläubigkeit schwebt durch die Räume.

Hier gibt es keine Antworten, nur Fragen, deren Echo die Stimmung von Bunkermentalität und Unsicherheit spürbar macht. Durch Sprechen und Singen werden dunkle Schleierwolken vertrieben. Die Texte vertreiben den Mythos des Unbegreiflichen und öffnen die Schränke einer verschlossenen Vergangenheit.